Datei-Übertragungsmethoden

FTP (File Transfer Protocol)

Das ursprüngliche FTP Protokoll wurde 1985 entwickelt um Dateien über das IP-Protokoll zu versenden. Datentransfer läuft üblicherweise über Port 21.

Hauptproblem hierbei ist aber, dass die Authentifizierung NICHT VERSCHLÜSSELT läuft, d.h. wenn jemand im Netzwerk über z.B. WireShark die IP Pakete „mithört“ kann dieser ohne Probleme die Zugangsdaten auslesen.

Es wird dadurch aktuell nicht empfohlen!

FTP mit implizitem SSL

FTP mit implizitem SSL ist als nächstes entwickelt worden um das Hauptproblem von FTP zu beheben – keine Verschlüsselung. Datentransfer läuft üblicherweise über Port 990 wobei aber hier bevor ein Login oder Daten transferiert werden eine SSL oder TLS Verbindung hergestellt wird (abhängig von Server-Konfiguration). Die Basis des FTP Protokoll bleibt aber die gleiche!

Abhängig von der Server-Konfiguration (primär der gewählten Verschlüsselungsart) kann diese Methode im Live Betrieb verwendet werden, da eben eine komplett verschlüsselte Verbindung mit dieser Übertragungsmethode vorausgesetzt wird.

FTP mit explizitem TLS

FTP mit explizitem TLS ist etwas flexibler wie FTP implizitem SSL. Einerseits wird wieder die Verbindung über den Standard FTP Port 21 hergestellt wird, nur dass der Client die Möglichkeit hat nur den Login oder den gesamten Datenverkehr über eine TLS Verbindung durchzuführen.

Problem hierbei ist aber, dass von einer Zertifizierungsstelle das FTPS-Zertifikat signiert werden (was üblicherweise Kosten verursacht) muss um keine Warnung beim verbinden zum FTPS Server zu bekommen. Außer man verwendet ein selbst signiertes Zertifikat, welches aber wie gesagt am Client eine Warnung beim Verbindungsaufbau anzeigt. Aktuell habe ich keinen Weg gefunden über Let’s Encrypt ein Zertifikat für FTPS zu generieren (wie für die HTTPS Zertifikate).

Im Vergleich hierzu benötigt SFTP kein eigenes Zertifikat da hier die Verschlüsselung schon vom SSH Protokoll über die Public-Key-Auth erledigt wird.

SFTP

Das SSH File Transfer Protocol hat in der Hinsicht nichts mehr mit dem ursprünglichen FTP Protokoll zu tun da es auf dem SSH Protokoll aufbaut und alle Befehle über eine, verschlüsselte Verbindung sendet.

Daher ist diese Übertragungsmethode aktuell eine empfohlene Variante welche recht einfach eingerichtet werden kann, da das SFTP Subsystem im standardmäßig installierten SSH-Daemon bei einem Linux System nur aktiviert werden muss. Im Vergleich dazu muss für eine FTP Verbindung (egal ob verschlüsselt oder nicht) immer ein eigener FTP-Server wie z.B. VSFTP oder ProFTP installiert und konfiguriert werden.

rsync

rsync ist ein Programm, welches ebenso auf dem SSH Protokoll aufgebaut ist wie SFTP. Der Hauptunterschied ist hier aber, dass nur Daten über das Netzwerk geschickt werden, die sich auch wirklich zwischen den beiden Rechner geändert haben und nicht die gesamten Dateien.

Siehe HIER für alle Details von rsync.

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